372.000 wohnungslose Menschen leben in Einrichtungen der Kommunen und der Freien Wohlfahrtspflege. Damit hat sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt (2022: 178.000), wie aus den heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht.


Dieser Anstieg ergibt sich zum Teil aus einer verbesserten Datenlage sowie dem Zuzug von geflüchteten Ukrainer und Ukrainerinnen. Gut ein Drittel (35%) aller untergebrachten wohnungslosen Personen kommen aus der Ukraine.


Maria Loheide, Vorständin Sozialpolitik Diakonie Deutschland: „Wohnungslosigkeit ist kein Schicksal, sondern ein lösbares Problem. Es gibt ausreichend Vorschläge und Empfehlungen, um Wohnungslosigkeit zu überwinden. Sie müssen konsequent umgesetzt und finanziert werden. Der angekündigte Nationale Aktionsplan der Bundesregierung muss konkrete Maßnahmen enthalten und darf sich nicht bloß auf Absichtserklärungen beschränken. Denn wohnungslose Menschen haben aktuell auf dem unsozialen freien Wohnungsmarkt keine Chance. Deshalb braucht es einen Neustart für eine soziale Wohnungspolitik, die den Zugang zu Wohnraum für wohnungslose Menschen gewährleistet.“

Ab Ende Juni können Menschen mit geringem oder ohne Einkommen für 31 Euro den „Hessenpass mobil“ erwerben und damit deutschlandweit den öffentlichen Personennahverkehr nutzen. Damit gehört Hessen zu den wenigen Bundesländern, die einkommensarmen Menschen ein vergünstigtes Deutschlandticket anbieten. Nach Ansicht der Diakonie Deutschland und des Evangelischen Bundesfachverbandes Existenzsicherung und Teilhabe e.V. (EBET) darf es nicht vom Wohnort abhängen, ob Menschen ein günstiges Nahverkehrsticket kaufen können. Sie appellieren an die Bundesregierung, ein günstiges Sozialticket für alle einkommensarmen Menschen in Deutschland einzuführen. Zudem müssen bestehende Barrieren beim Erwerb des Deutschlandtickets abgebaut werden.